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Diese Meldung wurde am 01.12.2015 um 08:52 Uhr archiviert.

Die Busverkehrsschule

Was ist eigentlich die ESWE-Verkehr-Busverkehrsschule?

Die ESWE-Verkehr-Busverkehrsschule wird seit 2009 jedes Jahr für Schülerinnen und Schüler der Grundschulen, der weiterführenden Schulen und der Förderschulen in Wiesbaden angeboten – und zwar als Gemeinschaftsprojekt der ESWE Verkehrsgesellschaft und des städtischen Schulamts. Ziel der Busverkehrsschule ist es, einen pädagogischen Beitrag zu mehr Sicherheit beim Busfahren und auch zu mehr Miteinander, Verständnis und Rücksichtnahme im öffentlichen Nahverkehr zu leisten. Wichtig dabei ist, dass die „Busschulstunden“ nicht von einem ständig erhobenen Zeigefinger dominiert werden, sondern dass die Kinder die Gelegenheit haben, mit viel Spaß – interaktiv, lebensnah und altersgerecht – die Regeln für sicheres und soziales Verhalten im Bus praktisch einzuüben.

Die Termine der Busverkehrsschule finden in der Regel zwischen den Sommer- und den Weihnachtferien statt. Die Teilnahme ist für die Schulklassen kostenlos. Als Lehrkräfte kommen in den „Busschulstunden“ langjährig erfahrene, pädagogisch geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ESWE Verkehr zum Einsatz.

Jeweils 25 bis 30 Schülerinnen und Schüler lernen in den 45-minütigen „Busschulstunden“ unter anderem ihre Rechte und Pflichten beim Ein- und Aussteigen kennen und werden spielerisch und hautnah mit allen Sicherheitsmaßnahmen in den ESWE-Bussen vertraut gemacht. Den jungen Teilnehmern wird zum Beispiel die Funktionsweise des Nothahns zum Öffnen der Türen demonstriert; auch das Einschlagen einer Busfensterscheibe mit dem roten Notfall-Hammer wird simuliert. Besonders spektakulär während jeder „Busschulstunde“ ist die Gefahrenbremsung, die den Schülern auf besonders eindrucksvolle Weise zeigt, weshalb man sich während der Fahrt immer gut festhalten sollte.

Seit der Saison 2010/2011 zählen auch Schülerinnen und Schüler mit einer Körperbehinderung sowie praktisch bildbare Kinder und Jugendliche zu den Teilnehmern der Busverkehrsschule. Die Idee zu dieser Erweiterung entstand in mehreren Gesprächen mit Vertretern von Wiesbadener Förderschulen. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe – bestehend aus Lehrkräften der Fluxusschule Biebrich, der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule und der Johann-Hinrich-Wichern-Schule, aus Mitarbeitern des städtischen Schulamts sowie aus Vertretern von ESWE Verkehr – hat daraufhin ein pädagogisches Konzept entwickelt, das speziell auf die Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern an Förderschulen zugeschnitten ist und diese in ihrer Alltagskompetenz und in ihrer Selbstständigkeit stärken soll.

Inhalte der Busverkehrsschule

Hier stellen wir Ihnen den Ablauf einer „Busschulstunde“ exemplarisch vor. Die folgenden Inhalte werden den teilnehmenden Kindern vermittelt:

1. Sicheres Verhalten an der Haltestelle

  • Das richtige Verhalten an einer Haltestelle kann Leben retten: Die Kinder sollten nicht zu heftig herumtoben, wenn sie an einer Haltestelle stehen und auf den Bus warten – wie schnell ist ein Kind auf die Straße gestürzt...      
  • Zudem muss ein gewisser Abstand zum Bordstein gewahrt werden; dieser Abstand sollte etwa einen Meter (dies entspricht drei Kinderschritten) betragen.
  • Jener Teil des Busses, der an der Haltestelle beim Heran- und beim Abfahren über den Gehweg schwenkt, nennt man „Busüberhang“. Diesen Abstand – er beträgt etwa einen Meter – sollten die Kinder auf jeden Fall einhalten.

    Praktischer Teil: Busüberhang
  • Die Schüler werden gefragt, worin der Unterschied zwischen dem Platz des Fahrers in einem Auto, in einem Lkw und in einem Bus liegt. Die Antwort: Im Auto sitzt der Fahrer hinter den Vorderrädern, im Lkw sitzt er auf den Vorderrädern, im Bus jedoch sitzt der Fahrer vor den Vorderrädern – so erschließt sich anschaulich das Thema „Busüberhang“.
  • Hieraus ergibt sich die erste praktische Aufgabe: Die Schüler stellen sich vor dem Bus auf, das Begrenzungshütchen wird nahe am Bus platziert, der Busfahrer schlägt die Lenkung hart ein und fährt los – und fährt das Hütchen um. Auf diese Weise wird den Schülern deutlich gemacht, wie wichtig es ist, mindestens einen Meter Abstand zu halten.

2. Sicheres Einsteigen    

  • Beim Einsteigen in den Bus ist es sinnvoll, die Fahrkarte schon bereitzuhalten, um einen reibungslosen Einstieg zu ermöglichen.
  • Auch sollte der Rucksack bzw. der Schulranzen vor dem Einsteigen abgezogen und vor den Körper gehalten werden; nach dem Hinsetzen sollte er zwischen den Füßen abgestellt werden.

    Praktischer Teil: Verhalten beim Einsteigen
  • Alle Kinder steigen aus dem Bus aus und sollen – wie gewohnt, also etwas „unsortiert“ – wieder einsteigen. Dabei wird die Zeit gestoppt.
  • Im zweiten Anlauf steigen die Kinder ruhig und geordnet in den Bus ein, mit heruntergenommenen Rucksäcken und Ranzen, die Fahrkarten bereits in der Hand. Wieder wird die Zeit gestoppt – und siehe da: Geordnet geht viel schneller!

3. Sicherheitseinrichtungen im Bus

  • Sollte eine der automatischen Türen im Bus einmal ausfallen, kann die Tür durch Betätigen des Nothahns per Hand geöffnet werden. Dies sollte möglichst ein Erwachsener tun.
  • Auch die Benutzung des Nothammers im äußersten Notfall sollte von einem Erwachsenen vorgenommen werden.
  • „Reversiereinrichtung“ nennt man eine spezielle Sicherheitseinrichtung an den hinteren Bustüren. Wenn sich beim Schließen einer dieser Türen ein Gegenstand oder gar eine Person zwischen den beiden Türflügeln befindet, sorgt die Reversiereinrichtung automatisch dafür, dass sich die Tür sofort wieder öffnet und so eine eventuelle Quetschung verhindert wird. An der vorderen Tür ist diese Sicherheitseinrichtung nicht notwendig, da diese Tür vom Busfahrer selbst überwacht wird.

4. Sicheres Verhalten beim Aussteigen

  • Niemals sollte man die Straße direkt vor dem haltenden Bus überqueren: Andere Autofahrer übersehen einen Menschen sehr leicht, wenn dieser plötzlich, aus ihrer Sicht, hinter einem Bus auftaucht – ein Autofahrer kann dann meist nicht mehr rechtzeitig bremsen.
  • Die Formel für den Anhalteweg lautet: Reaktionszeit des Fahrers + Bremsweg des Fahrzeugs = Anhalteweg

    Praktischer Teil: Anhalteweg
  • Den Schülern wird erklärt, dass sie, wenn sie vor dem haltenden Bus über die Straße laufen, von einem herannahenden Autofahrer zu spät gesehen werden, und der Fahrer dann womöglich nicht mehr rechtzeitig anhalten kann.
  • Der „Busschullehrer“ stellt sich vor den Bus, die Kinder stellen sich seitlich hinter dem Bus auf. Die Kinder stellen so das heranfahrende Fahrzeug dar, der „Lehrer“ mimt das Kind. Auf „Los!“ laufen alle Kinder so schnell sie können am Bus entlang nach vorne. Der „Lehrer“ tritt plötzlich aus dem Sichtschatten des Busses hervor, und die Kinder müssen nun versuchen, ihren Lauf zu bremsen.

5. Richtiges Verhalten während der Fahrt 

  • Nach dem Einsteigen sollte man sich schnellstmöglich einen Sitzplatz oder festen Halt suchen. Dies ist wirklich notwendig: Denn wenn der Bus selbst bei einer nur geringen Geschwindigkeit stark bremsen muss, besteht die Gefahr, dass man als Fahrgast den Halt verliert und sich eventuell verletzt.
  • Auch sollten die Kinder im Bus nicht zu viel herumalbern und -schreien: Dies ist nämlich nicht nur für andere Fahrgäste anstrengend, sondern kann auch den Fahrer ablenken.
  • Ansprechpartner in Notfällen ist stets der Busfahrer, auch wenn er ansonsten während der Fahrt möglichst nicht angesprochen werden sollte.

    Praktischer Teil: Gefahrenbremsung
  • Die Kinder werden im Bus auf die Sitzplätze verteilt (In den Vierersitzgruppen müssen bei dieser Übung die in Fahrtrichtung stehenden Sitze aus Sicherheitsgründen unbesetzt bleiben.)
  • „Kai Kanister“, ein Behältnis mit dem Gewicht eines Kindes, wird im Mittelgang ganz hinten platziert.
  • Der Fahrer beschleunigt den Bus auf 30 km/h. Der „Busschullehrer“, der auf der hintersten Sitzbank sitzt, gibt dem Fahrer ein Zeichen, dieser bremst scharf ab – und „Kai Kanister“ schießt längs durch den Bus nach vorne. Auf diese Weise wird den Kindern veranschaulicht, was selbst beim Abbremsen aus geringer Geschwindigkeit einem Fahrgast passieren kann, wenn dieser sich nicht ordentlich festhält.

Was Sie als Eltern sonst noch wissen sollten

Die Unfallstatistiken zeigen es: Im Vergleich zum Fahrrad und zum elterlichen Auto ist für Kinder der Bus das mit Abstand sicherste Verkehrsmittel für den Weg zur Schule. Selbst Kinder, die ihren Schulweg zu Fuß zurückzulegen, verunglücken statistisch gesehen häufiger als jene Kinder, die den Bus nutzen. In konkreten Zahlen: An allen erfassten Schulwegsunfällen sind Kinder, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule fahren, nur zu etwa sieben Prozent beteiligt.

Wir von ESWE Verkehr möchten mit unserem Busverkehrsschul-Angebot erreichen, dass Ihr Kind seinen täglichen Weg zur Schule – und natürlich auch den Heimweg – noch sicherer zurücklegt. Aber auch Sie als Eltern können einen wichtigen Beitrag zu mehr Sicherheit auf dem Schulweg leisten: Denn vieles von dem, was wir den Schülern im Rahmen unserer Busverkehrsschule vermitteln, können Sie auch selbst mit Ihrem Kind besprechen – oder besser noch: mit Ihrem Kind trainieren. Dies gilt insbesondere dann, wenn Ihr Kind als Erstklässler oder als Schulneuling (etwa nach einem Schul- oder Wohnortwechsel) den Bus als Verkehrsmittel neu für sich entdecken muss.

Ein solches Training sollte möglichst frühzeitig beginnen. Warum also legen Sie, schon bevor Ihr Kind ins Schulalter kommt, beispielsweise Ihre Wege zum Einkaufen nicht öfter mal gemeinsam mit Ihrem Nachwuchs per Bus statt mit dem Auto zurück? So kann sich Ihr Kind schon früh an das Verkehrsmittel Bus gewöhnen und gewinnt allmählich eine gewisse Routine im Busfahren. Der pädagogische Aspekt liegt hierbei auch im Perspektivwechsel: Was für Erwachsene eine pure Selbstverständlichkeit ist, über die man im Alltag überhaupt nicht nachdenkt – etwa das simple Einsteigen in einen Bus –, stellt für „Buskinder“ nicht selten eine enorme Herausforderung dar, weil es sich um eine noch gänzlich unbekannte Situation handelt.

Nicht vergessen werden sollte, dass außer dem sicheren Verhalten im Bus auch das soziale Benehmen eine wichtige Rolle beim Busfahren spielt. Hierbei ist vor allem gegenseitige Rücksichtnahme, aber auch gegenseitiges Verständnis vonnöten. Erwachsene Fahrgäste sollten tolerieren, dass es Kindern nun einmal schwerfällt, sich ständig leise und „bewegungslos“ zu verhalten; gleichzeitig müssen die Kinder begreifen, dass alles Herumlärmen und -albern seine Grenzen haben muss. Egal ob jung oder alt: Fahrgäste, die ohne Not im Bereich der Türen stehen bleiben und damit andere beim Ein- oder Aussteigen behindern, machen ihren Mitpassagieren das Leben unnötig schwer; Gleiches gilt für jene Fahrgäste, die Sitzplätze mit Schulranzen, Sporttaschen oder Einkaufstüten blockieren.

All dies sind Themen, auf die Sie Ihr Kind ansprechen sollten; und auch die Frage „Wann muss ich meinen Sitzplatz für einen anderen Fahrgast frei machen?“ sollte in diesem Zusammenhang nicht ausgeklammert werden. Unterstützung hierbei liefert Ihnen unsere Broschüre „Rücksicht hat Vorfahrt!“, die Sie am rechten Seitenrand kostenlos downloaden können. 

Wie Sie als Eltern Anregungen zur Busverkehrsschule geben können

Wir sind stets bestrebt, unser Busverkehrsschul-Angebot in pädagogischer Hinsicht zu optimieren. Daher wären wir Ihnen für Ihre Anregungen sehr dankbar. Kontaktieren Sie uns hier

Wie kann ich mein Kind für die Busverkehrsschule anmelden?

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Ansprechpartner

Joanna Piatek