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ESWE Verkehr unterstützt das Rollator-Training

Als Rollatornutzer Bus fahren? Das kann (und sollte) man lernen!

Wie steige ich mit einem Rollator richtig und vor allem sicher in einen Bus ein? Dies war eine der zentralen Fragen, die im Rahmen der Veranstaltung „Ich und mein Rollator“ am 23. Juni in der Turnhalle des TV Biebrich thematisiert wurden. Und dies nicht nur theoretisch: Mehrere Dutzend Senioren nahmen auch an einem praktischen Parcours-Training teil. ESWE Verkehr hat die Aktion unterstützt.

„Die wichtigste Regel“, so ruft Mechthild Manthey in die gut gefüllte Turnhalle des Turnvereins Biebrich hinein, „lautet: Wenn Sie einmal nicht weiter wissen, bitten sie unbedingt jemanden um Hilfe!“ Dieser Appell richtet sich an alle Teilnehmer, die am Nachmittag des 23. Juni zur Veranstaltung „Ich und mein Rollator“ gekommen sind. Manthey ist Übungsleiterin beim TVB und betreut dort vor allem Senioren-Fitness- und Gymnastikgruppen. Sie weiß sehr gut um die Unsicherheit vieler älterer Menschen bei der Fortbewegung mit der mobilen Gehhilfe: „Manche Senioren bekommen fast Angst, wenn sie mit ihrem Rollator etwa einen Bus benutzen wollen“, erläutert die Trainingsleiterin; „die Sorge, beim Ein- oder Aussteigen zu stürzen, ist ziemlich groß.“

Aber auch jenseits vom Busfahren beobachtet Mechthild Manthey häufig, dass die älteren Menschen mit ihren Rollatoren nicht richtig umgehen – beispielsweise indem sie zwischen Körper und Gehhilfe einen viel zu großen Abstand lassen. Manthey war es daher schon seit Langem ein Herzensanliegen, in einem praxisorientierten Training die sichere Handhabe des rollenden Begleiters einmal ganz lebensnah zu vermitteln. Und so hat sie gemeinsam mit Helfern des TV Biebrich an diesem Dienstagnachmittag einen Slalom-Parcours aufgebaut. Nach einer kurzen Erläuterung, wie diese Hindernisse möglichst einfach zu überwinden sind, machen sich die interessierten Teilnehmer mit erkennbarer Begeisterung daran, Hütchen zu umkurven und simulierte Bordsteine zu „erklimmen“. 

„Ältere Menschen brauchen eine Lobby“, erklärt Mechthild Manthey ihre Motivation, sich für Senioren in Wiesbaden einzusetzen; sie habe sich daher ein halbes Jahr lang intensiv bemüht, nicht nur die Veranstaltung an sich durchzuführen, sondern auch Unterstützer dafür zu finden. Als ESWE Verkehr von der Aktion erfuhr, entschied man sich bei den Verkehrsbetrieben sehr rasch zur Teilnahme: „Für uns ist es selbstverständlich, dass wir sowohl mit unserer Erfahrung zur Seite stehen als auch ganz praktisch einen Linienbus zur Verfügung stellen, damit das Ein- und Aussteigen realitätsnah geübt werden kann“, betont Pressesprecher Holger Elze.

Und genau das – nämlich realitätsnah üben – taten die anwesenden Rollatornutzer dann auch eifrig. Hierbei war ihnen Ottmar Seliger, ein langjährig versierter ESWE-Busfahrer, behilflich. Er war es auch, der die drei wichtigsten Tipps fürs sichere Busfahren mit Rollator formulierte:

  1. Als Senior mit Gehhilfe sollten Sie sich bereits an der Einstiegshaltestelle beim Fahrer des herannahenden Busses bemerkbar machen. Nur wenn der Fahrer klar erkennt, dass Sie tatsächlich mitfahren möchten, kann er lange genug warten, bis Sie sicher eingestiegen sind.
     
  2. Sie sollten während der Fahrt niemals auf Ihrem Rollator sitzen, sondern sich unbedingt einen Sitzplatz suchen. Hierfür bieten sich nach dem Einsteigen an der zweiten Bustür vor allem die Plätze gleich links auf der Fahrerseite sowie gleich rechts hinter der Einstiegstür an.
     
  3. Auch beim Aussteigen sollten Sie den Busfahrer auf sich aufmerksam machen. Außerdem sollten Sie keinesfalls zu früh aufstehen – das Risiko, den Halt zu verlieren, wenn der Bus bremst, ist einfach zu groß. Ebenfalls wichtig: Mit Ihrem Rollator sollten Sie stets rückwärts aussteigen und sich dabei am Türgriff festhalten. 

Mit derlei hilfreichen Tipps aus der Busfahr-Praxis ging das erste Rollator-Training des TV Biebrich erfolgreich zu Ende. Da im Vorfeld der Veranstaltung mehr als 150 Menschen ihr Teilnahmeinteresse angemeldet hatten, sind für den Herbst 2015 weitere Termine in Planung. ESWE Verkehr plant, auch diese Folgeveranstaltungen wieder zu unterstützen.

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