Sei Frischluftvorbild auf ganzer Linie!

Als umfassender Mobilitätsdienstleister verfolgt ESWE Verkehr das Ziel eines komplett emissionsfreien ÖPNV. Die Brennstoffzellentechnik unter Verwendung von „grünem“ Wasserstoff ist dabei ein zentraler Baustein, um die Luft- und auch die Lebensqualität in Wiesbaden zu verbessern.

„Eine nachhaltige Mobilität beginnt bei Angebot und Nachfrage. Mein Antrieb ist die Nutzung eines komplett emissionsfreien ÖPNV in Wiesbaden, weil ich dazu beitragen möchte, die Stadt lebenswerter zu machen. Jeder kann seine Einstellung dahingehend umprogrammieren und das Angebot des lokalen Personennahverkehrs stärker nutzen. Im Zuge der Digitalisierung sollten wir gerade im Alltag einen umweltfreundlichen Lebensstil fördern. ESWE Verkehr hat in meinen Augen mit der Umstellung auf einen komplett emissionsfreien ÖPNV eine Vorreiterrolle und handelt innovativ, das ist genau mein Ding!“

Tom, 32, Software-Ingenieur und Frischluftvorbild

Brennstoffzellenbusse

Brennstoffzellenbusse sind nicht nur emissionsfrei und mit geringer Lärmbelastung auf Straßen unterwegs. Sie haben vor allem auf Grund der langen Reichweite einer Tankfüllung und der kurzen Tankvorgänge großes Potenzial im ÖPNV. Daher setzt ESWE Verkehr neben dem Einsatz der Batteriebusse besonders für lange Fahrtstrecken auf Brennstoffzellenbusse. 

Ab März 2020 geht erstmals ein Brennstoffzellenbus auf die Linien von ESWE Verkehr. Ursprünglich war geplant, über eine Beschaffungsinitiative der Städte Wiesbaden, Mainz und Frankfurt mehrere Fahrzeuge zu beschaffen. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten des Herstellers musste dieser Plan aufgekündigt werden. Mainz und Wiesbaden setzen jedoch im Jahr 2020 jeweils einen angemieteten Brennstoffzellenbus des Herstellers Daimler Buses (Mercedes-Benz) ein, um die Technologie im täglichen Linieneinsatz zu testen. Darüber hinaus ist ESWE Verkehr mit Herstellern und Fördergebern im Gespräch, um im Jahr 2021 eigene Brennstoffzellenbusse im Liniennetz einsetzen zu können. 

Für die Betankung der Busse wurde im Jahr 2019 auf dem Betriebshof von ESWE Verkehr eine Wasserstofftankstelle durch die Linde AG errichtet. Die Tankstelle wurde am 27. Februar 2020 offiziell in Betrieb genommen und wird ab März 2020 die beiden Brennstoffzellenbusse (ESWE Verkehr und Mainzer Mobilität) betanken. 

Bild: Wasserstofftankstelle

Die Wasserstofftankstelle

Ein wichtiger Grundstein in Richtung emissionsfreier Öffentlicher Personennahverkehr wurde mit der Inbetriebnahme der Wasserstofftankstelle auf dem Betriebsgelände der ESWE Verkehr gelegt. Der Bau der Tankstelle wurde durch Fördermittel der Länder Hessen und Rheinland-Pfalz ermöglicht. 

Die Versorgung der Tankstelle wird mit „grünem“ Wasserstoff aus dem Energiepark Mainz gewährsleistet. Windräder produzieren dort den notwendigen Strom, der für die Erzeugung von Wasserstoff über Elektrolyse genutzt wird. So entsteht eine umweltfreundliche und regionale Wertschöpfungskette „vom Windrad zum Busrad“, die entscheidend zur Vision von ESWE Verkehr für einen ÖPNV mit Null Emissionen beiträgt. Die Tankstelle befindet sich im Eigentum des Verkehrsverbundes Mainz Wiesbaden (VMW).

Pressekonferenz am 27. Februar 2020

Pressekonferenz am 27. Februar 2020
Pressekonferenz: Gruppenbild
Betankung des Brennstoffzellenbusses
Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen
Erste Rundfahrt auf Wiesbadens Straßen

Wasserstoff und Brennstoffzelle

Die Brennstoffzellentechnik ist eine Form der Elektromobilität. Im Vergleich zum Batteriebus verfügt ein Brennstoffzellenbus neben einer Batterie noch über einen weiteren Energiespeicher. Angetrieben werden Brennstoffzellenfahrzeuge mit mit elektrischer Energie die über Brennstoffzellen aus reinem gasförmigen Wasserstoff im Fahrzeug erzeugt wird. Als Abgas entsteht ausschließlich Wasserdampf.

Wasserstoff ist ein idealer Speicher für erneuerbare Energie wie Wind- oder Sonnenenergie. Im Gegensatz zu konventionellen Energiewandlern wie beispielsweise Verbrennungsmotoren oder Turbinen, die die chemische Energie des Kraftstoffs zuerst in thermische und dann in mechanische Energie umwandeln, erzeugen Brennstoffzellen aus der chemischen Energie des Kraftstoffs (Wasserstoff) direkt Strom. Der Wirkungsgrad eines Brennstoffzellen-Elektroantriebs liegt mit knapp 50 Prozent heute schon doppelt so hoch wie der eines modernen Dieselmotors. 

In der Brennstoffzelle wird ein Kraftstoff (meist Wasserstoff) und Sauerstoff (aus der Luft) mithilfe eines Katalysators und einer Membran zusammengeführt. Dabei entstehen Strom, Wasser und Wärme. Im Brennstoffzellenbus treibt der erzeugte Strom den Elektromotor des Fahrzeugs an. Im Fall des durch ESWE Verkehr angemieteten Fahrzeugs dient die zusätzliche, wassergekühlte Lithium-Ionen-Batterie als Zwischenspeicher für die erzeugte elektrische Energie. Die Batterie versorgt die beiden elektrischen Radnabenmotoren an der Antriebsachse mit insgesamt 160 kW Leistung sowie die Nebenaggregate des Fahrzeugs. Durch die Radnabenmotoren des Fahrzeugs ist es möglich, beim Abbremsen des Fahrzeugs Energie zurückzugewinnen, zu rekuperieren und in der Batterie zu speichern. 

Bildquelle: Energiepark Mainz

Der Energiepark Mainz

Im Energiepark Mainz wird seit 2015 „grüner“ Wasserstoff aus umweltfreundlicher Windenergie hergestellt. Wie das genau funktioniert, erklärt der 3-minütige Animationsfilm. Durch ein Elektrolyseverfahren wird hier überschüssiger Strom dazu benutzt, Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu zerlegen. Man spricht daher auch von einer „Power to Gas“ Anlage. Der erzeugte Wasserstoff wird mittels eines Verdichters in Speichertanks auf dem Gelände verpresst und gelagert. So kann die Energie später bedarfsgerecht verwendet werden. Damit werden erneuerbare Energien flexibler einsetzbar und stehen dann zur Verfügung, wenn sie gebraucht werden. Neben der Einspeisung ins Erdgasnetz wird das sogenannte Windgas an Wasserstofftankstellen für die Betankung von Fahrzeugen genutzt. Betreiber der Anlage sind die Linde Group und die Mainzer Stadtwerke AG. Die Anlage gehört zu den weltweit größten ihrer Art. 

Fragen und Antworten

Brennstoffzellenbusse

  • Wo steht die Wasserstofftankstelle?

    An der Grundstücksgrenze zur Gartenfeldstraße ist durch die Firma Linde eine Wasserstofftankstelle in Containerbauweise errichtet worden. Sie besteht aus einer Abfüllanlage für Tube-Trailer, mehreren Druckspeichern, einem ionischen Kompressor und der Zapfsäule.

  • Auf welchen Linien sollen die Brennstoffzellenbusse zum Einsatz kommen?

    Brennstoffzellenbusse, die mit „grünem“ Wasserstoff angetrieben werden, sind aufgrund ihrer Reichweite zukünftig auf den längeren Buslinien in Wiesbaden zu sehen. Der angemietete Brennstoffzellenbus wird zunächst auf längeren Kursen der Linien 16 und 17 eingesetzt. 

  • Welche Reichweite hat ein Brennstoffzellenbus?

    Durch den Einsatz des chemischen Energieträgers H2 können Brennstoffzellenbusse Reichweiten zwischen 250 und 400 km – je nach Einsatzprofil und Gewicht – erreichen.

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