150 Jahre Wiesbadener Verkehrsbetriebe
Eine Reise durch unsere Vergangenheit
Seit dem 16. August 1875 ist Wiesbaden in Bewegung – vom ersten Pferdebahnwagen durch das Nerotal bis hin zur modernen Elektrobus-Flotte. 150 Jahre Wiesbadener Verkehrsbetriebe erzählen nicht nur die Geschichte eines Verkehrsunternehmens, sondern auch die einer Stadt, die wächst, sich verändert – und dabei nie stillsteht.
Ob kaiserliche Kurgäste, Berufspendler oder Festivalbesucher: Der öffentliche Nahverkehr war und ist Teil des Alltags, der Freizeit und des Fortschritts. Er verbindet Stadtteile, Menschen und Generationen – damals wie heute.
Diese Jubiläumsseite lädt ein zu einer Reise durch eineinhalb Jahrhunderte Mobilität in Wiesbaden – mit historischen Meilensteinen, einzigartigen Bildern und einem Blick in die Zukunft der urbanen Bewegung.
Ein paar Zahlen & Fakten
16. August 1875 | Eröffnung der 1. Wiesbadener Pferdebahn: Untere Rheinstraße – Wilhelm-straße – Taunusstraße – Nerotal |
1888 | Eröffnung der Nerobergbahn |
1896 | Erste elektrische Straßenbahn |
1913 | Gründung der „Blauen Kurautobusse“; Linienverkehr nach Schlangenbad und Langenschwalbach. Ausflugsverkehr in Taunus und Rheingau |
1933-1945 | Als kommunales Unternehmen werden die Verkehrsbetriebe in den NS-Staat integriert |
1954-1955 | Erster Einsatz von Gelenkomnibussen Die letzten Straßenbahnlinien 6, 8 und 9 werden auf den Omnibusbetrieb umgestellt |
1968 -1969 | Busspuren und Linienbündelung in der Innenstadt sowie ein neues Omni-busnetz |
1970 | ESWE: Die Buchstaben S und W für Stadtwerke Wiesbaden werden seit einer Werbeaktion zur Modernisierung des Unternehmens in Lautschrift und Großbuchstaben ausgeschrieben, also ES und WE |
1975 | Gründung des Verkehrs Verbundes Mainz-Wiesbaden |
1986 | Einführung eines „Umweltabonnements“ |
1988 | Jahrhundertjubiläum der Nerobergbahn mit Rekordbesuch |
1990 ff. | 18 ESWE-Busse verkehren in Wiesbadener Partnerstadt Görlitz |
1991 | Einsatz von Niederflurbussen |
1995 | Wiesbaden tritt dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) bei |
2000 | Umwandlung der Verkehrsbetriebe in die eigenständige ESWE Verkehrs-gesellschaft mbH |
2015 | Vollständige Verschmelzung der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH mit ihren Tochtergesellschaften |
2019 | Einführung der ersten Elektrobusse |
2019 | Rekordfahrgastzahlen von fast 61,16 Millionen Fahrgästen |
2025 | 25 Jahre ESWE Verkehr als eigenständiges Unternehmen & 150 Jahre öffentlicher Verkehr in Wiesbaden |
Vom Pferd zum Elektrobus: Die Geschichte des öffentlichen Personennahverkehrs in Wiesbaden
Es ist mir gänzlich unverständlich, wie Jemand, der eine Pferdebahn gesehen, in allem Ernst eine solche in den engen Straßen von Wiesbaden für möglich halten kann! – Stellungnahme im Rheinischen Kurier vom 14. April 1872
Eine Straßenbahn mit 1 PS
Mitte des 19. Jahrhunderts ist Wiesbaden eine florierende Stadt: Regierungs- und Verwaltungssitz, Kongress- und Kurstadt. Im „Nizza des Nordens“ finden sich zahlreiche
Kurgäste aus aller Welt ein – unter anderem auch Kaiser Wilhelm II., in dessen Entourage sich auch zahlreiche Adlige, Künstler und Unternehmer in der „Weltkurstadt“ niederlassen. Gleichzeitig ist die Industrialisierung in vollem Gange. Die Menschen ziehen vom Land in die Städte, um in den großen Fabriken Arbeit zu finden. Die Stadt wächst mit neuen Stadtteilen nicht nur in der Fläche. Zwischen 1820 und 1880 verzehnfacht sie ihre Einwohnerzahl auf mehr als 50 000, hinzu kommen zahlreiche Besucher und Kurgäste. So steigt der Bedarf an Mobilität, innerstädtisch zum einen, aber auch ins Umland.
In dieser Zeit kommt auch die Idee zentraler öffentlich nutzbarer Straßenbahnen auf. Pionier auf dem Gebiet ist der dänische Ingenieur A. W. Møller. Unter dessen Leitung startet am 22. Juni 1865 die erste Pferde-Straßenbahn in Berlin. Møller selbst gründet ein Unternehmen und versucht auch andere Städte von den Vorteilen einer Straßenbahn zu überzeugen – und so wendet er sich auch an die Stadtverwaltung in Wiesbaden.
Doch in der Sitzung vom 8. April 1872 wird das Gesuch durch die Stadtverordneten abgelehnt – und auch Teile der Wiesbadener Bürgerschaft sind mit der Aussicht auf eine Pferdebahn im Wiesbadener Stadtgebiet nicht einverstanden. Einer breiten öffentlichen Debatte um die Vorteile eines modernen Stadtverkehrs folgt ein politischer Prozess. Dieser endet mit der Konzessionserteilung und der Eröffnung der ersten Wiesbadener Pferdebahn am 16. August 1875 – als 11. Trambahn im Deutschen Kaiserreich. Die erste Strecke verbindet die Untere Rheinstraße und die Innenstadt mit dem Nerotal.
Von da an entwickelt sich der Personennahverkehr in Wiesbaden rasant, neue Linien kommen hinzu, die teilweise im 8-Minuten-Takt befahren werden und von bis zu 2000 Fahrgästen täglich genutzt werden.
SEG und ESWE
Die Süddeutsche Eisenbahngesellschaft (SEG) wird am 11. Februar 1895 in Darmstadt gegründet und entsteht durch den Zusammenschluss verschiedener privater Bahnen des Eisenbahnunternehmers Hermann Bachstein, darunter auch die Dampfstraßenbahn, die Pferdebahn und die Nerobergbahn in Wiesbaden. Seit 1929 legt die SEG schrittweise ihre Straßenbahnlinien still, bis sie schließlich 1943 an die Stadt Wiesbaden übergehen.
1929 werden die „Städtischen Verkehrsbetriebe“ gegründet und die SEG-Straßenbahnlinien nach und nach durch Omnibuslinien ersetzt. Später werden die Verkehrsbetriebe in die städtischen Versorgungswerke eingegliedert, woraufhin das Unternehmen als „Stadtwerke Wiesbaden Aktiengesellschaft“ auftritt. Seit einer Werbeaktion Mitte der 1970er-Jahre sind die Stadtwerke als „ESWE“ bekannt – die Buchstaben S und W werden in Lautschrift ausgeschrieben.
Von elektrischen Straßenbahnen zu Bussen
Bereits 1896 eröffnet die erste elektrische Straßenbahn von der Rheinstraße bis zur Walkmühl-Brauerei und löst bis 1900 den Pferde- sowie Dampfbahnbetrieb vollständig ab. Doch bis zum komplexen Liniennetzder ESWE Verkehrsgesellschaft, wie es die Wiesbadener heute kennen, ist es noch ein langer Prozess, der durch gesellschaftliche, wirtschaftliche und soziale Veränderungen und zwei Weltkriege geprägt ist. Mit den „Blauen Kurautobussen“ fahren Busse nicht nur an beliebte Ausflugsziele, sondern ab 1913 auch im Linienverkehr nach Schlangenbad und Langenschwalbach.
Der weitere Ausbau des öffentlichen Verkehrs wird durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs aufgehalten.
Erst 1922 wird eine innerstädtische Buslinie eröffnet: Zwischen dem Luisenplatz und Schierstein (Hafen) verkehren Doppeldeckerbusse. 1929 werden die Straßenbahnen schrittweise auf dieselbetriebene Omnibusse umgestellt.
Die Städtischen Verkehrsbetriebe Wiesbaden in der Zeit des Nationalsozialismus
Die Nerobergbahn
Am 25. September 1888 wird die Nerobergbahn feierlich eröffnet. Nach französischem Vorbild schließt sich an die Feierlichkeiten ein „Dejeuner“ an – weitergefeiert wurde scheinbar auch in kommenden Wochen, denn schon im November 1888 wird eine Polizeiverordnung erlassen: Zuwiderhandlungen, wie Lärmen und Singen der Fahrgäste sowie das Besteigen der Bänke im Inneren des Wagens können mit einer Geldstrafe bis 9 Mark oder gar Haft geahndet werden. 1925 übernimmt die Stadt Wiesbaden die Nerobergbahn.
Die Standseilbahn verbindet das Nerotal mit der Spitze des Nerobergs und wird seit jeher vor allem von Touristen genutzt. Auf der 438 Meter langen Strecke überwinden die charakteristischen gelben Wagen rund 83 Höhenmeter mit einer Steigung von 19 %, stellenweise sogar 26 %. Die Nerobergbahn gilt als die letzte Bergbahn, die als Wasserlast- und Zahnstangen- Standseilbahn gebaut wurde und ist heute ein technisches Kulturdenkmal nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz. 1972 wird sie generalüberholt und feiert 1988 ihr 100-jähriges Jubiläum mit einem Rekord an Besuchern.
Gesellschaft und Mobilität: Der Verkehr als Teil des urbanen Lebens
„Die Weltkurstadt, in der sich in den Jahren vor dem 1. Weltkrieg Europa traf, mußte ständig bemüht sein, ihren verwöhnten Gästen etwas zu bieten. Zum Kur- und Badeleben gehörten außer Theater und Konzert, festlichen Bällen, Feuerwerk, Promenieren und Reiten natürlich auch Ausflüge […] in den herrlichen Rheingau oder Besuche in den benachbarten Bädern.“ – Klaus Kopp, in: 100 Jahre Wiesbadener Verkehrsbetriebe 1875-1975, S. 169.
Unverzichtbarer Teil des gesellschaftlichen Lebens
Wiesbaden, eines der bedeutendsten Kurbäder des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Die Stadt ist ein Ort des Heilens und Entspannens, ein Zentrum des kulturellen Lebens und des gesellschaftlichen Austausches für ein internationales Publikum. Und entscheidend mittendrin: Der öffentliche Nahverkehr. Mit dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur werden Reisen in die benachbarten Bäder und Ausflüge in die Natur zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Damit ist der Verkehr Teil des Erlebnisses und Teil der Lebensqualität der Einwohner und Gäste – damals und heute. Der öffentliche Personennahverkehr ist auch Wegbegleiter im Alltag und erleichtert den Einkauf, die Fahrt zur Arbeit oder den Arztbesuch. Noch mobiler wird Wiesbaden, als ab 1969 die bestehenden Verbindungen in die Außenbezirke und Vororte verbessert werden.
Wie wichtig der ÖPNV für Wiesbaden ist, wird auch jedes Jahr während des Pfingstturniers deutlich. Hier bringt ESWE ihre Pferdestärken auf den Asphalt und macht das Event mit guten Verbindungen noch attraktiver – genau wie sonst im ganzen Jahr bei Veranstaltungen, sei es das Rheingau-Musik-Festival, Ausstellungen oder das Weinfest. Aber auch abseits von Großveranstaltungen: Der Öffentliche Personennahverkehr ist längst ein unverzichtbarer Teil des modernen gesellschaftlichen Lebens in Wiesbaden und dem Umland, der Alltägliches, Kultur und Freizeit miteinander verbindet.


Nachhaltig unterwegs
Öffentlicher Personennahverkehr ist für alle da – und gleichzeitig klimafreundlich. Bereits 1986 führt die ESWE das „Umweltabonnement“ als stark verbilligte Zeitkarte ein, die „Himmelblaue Monatskarte“ ist zu einem Preis von 50 DM erhältlich. Gleich im ersten Monat erhöht sich die Fahrgastanzahl durchschnittlich um 7 %, bei den Erwachsenen sogar um 11, 8 %. Noch gibt es nur wenige richtige „ Umsteiger“, die komplett auf das eigene Auto verzichten. Doch das attraktive Angebot von ESWE ist sofort ein wichtiger Baustein der Verkehrswende in Wiesbaden.
Das gilt nicht nur für die Tarife. Ende der 1960er-Jahre werden eigene Busspuren eingeführt, mit denen Busse schneller in der Stadt unterwegs sein können – eine Sensation und in Wiesbaden erfunden! Zahlreiche Verkehrsexperten pilgern nach Wiesbaden, und die Busspuren sind ein Modell, das in den nächsten Jahren immer weiter ausgebaut wird.
Auch der Fuhrpark wird beständig vergrößert und das Liniennetz weiter ausgebaut. Lange bevor der Klimawandel in aller Munde ist, sind Stadt und ESWE erfolgreich beim Umbau der Mobilität: Bei einer repräsentativen Befragung im Juni 1990 gibt knapp die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger (45 %) an, dass sich der ÖPNV in Wiesbaden in den letzten vier Jahren verbessert habe.
Ein (Ver-)Bund fürs Leben
Die Verbindung der Verkehrsbetriebe in Wiesbaden und Mainz ist eine echte Erfolgsstory. Sie geht ursprünglich zurück auf einen gemeinsamen Weiterbetrieb zweier Straßenbahnlinien der ehemaligen SEG, um die Verbindung zwischen beiden Städten zu verbessern. Der Vertrag wird 1949 erneuert; kurz bevor die im Krieg zerstörte Rheinbrücke wieder für den Verkehr freigegeben wird. Noch erschweren die Kontrollen an der Grenze zwischen französischer (auf Mainzer Seite) und amerikanischer Besatzungszone (in Wiesbaden) den reibungslosen Betrieb. Doch der Wille zu gemeinsamen Linien der Nachbarstädte überwindet auch diese Phase.
Aus der Zusammenarbeit entwickelt sich knapp 30 Jahre später der nächste wesentliche Meilenstein für den ÖPNV in der Region: Die Gründung des Verkehrsverbunds Mainz-Wiesbaden (VMW) 1975. Für die Fahrgäste bringt der Verbund direkte Vorteile: gleiche Tarife, gut getaktete und koordinierte Verbindungen und weniger Umstiege. So werden buchstäblich Brücken gebaut, um die Städte und Menschen zu verbinden. Ein Prozess, der 20 Jahre später noch einen Schritt weiter geht, als sich große Teile der Rhein-Main-Region Anfang der 1990er-Jahre im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) zusammenfinden. Als Vorgeschmack gilt ab Juni 1993 ein Übergangstarif zum Frankfurter Verkehrsverbund, das „Rhein-Main- Pendlerticket“. Dann werden die vielen verschiedenen Tarife angeglichen, Tarifzonen optimiert und die verkehrliche Struktur vereinfacht, um das Verbundgebiet optimal zu gestalten. Am 28. Mai 1995 startet der RMV, zu dem das Bundesland Hessen sowie 11 Städte und 15 Landkreise gehören.
Freizeitexpress, Niederflurbusse und Weinliebhaber
Günstige Tickets, Busspuren und eine große, moderne Busflotte – perfekt, um den Alltag mit ÖPNV zu gestalten. Damit das im Alltag immer klappt, steckt im Hintergrund eine ganze Menge Arbeit: Moderne Busse mit zeitgemäßer Technik und möglichst hohem Komfort für die Fahrgäste auf die Straße zu bringen, ist ein Dauerthema. In Wiesbaden eines mit Tradition: Schon 1953 fahren die ersten Gelenkomnibusse durch Wiesbaden. Anfang der 1970er-Jahre folgen die ersten VÖV-Standardlinienbusse (VÖV = Verband Öffentlicher Verkehrsbetriebe, heute Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, VDV), die in den nächsten Jahrzehnten stetig weiterentwickelt werden.
1991 rollen dann die ersten Niederflurbusse in Wiesbaden. Sie können die Einstiegsseite absenken und dadurch das Einsteigen mit Kinderwagen oder Rollstuhl erheblich erleichtern – ein Meilenstein in Sachen Barrierefreiheit im Öffentlichen Personennahverkehr. Im gleichen Jahr fährt auch der beliebte „Freizeitexpress“ los: Auf den Linien zu Ausflugszielen hängt ein großer Fahrradanhänger an den Bussen, sodass direkt weitergeradelt werden kann – oder damit der Heimweg leichter ist. Beliebte Ausflugs- und Genussziele sind dabei die Weinorte Hochheim (Linie 48) oder mit der Linie 24 zum Frauensteiner „Herrnberg“.
So verändern sich über die Jahre die eingesetzten Busse, ganz im Sinne der Fahrgäste und ihrer sich ebenfalls wandelnden Mobilitätsbedürfnisse. Auch die heute im Einsatz befindlichen Elektrobusse sind Teil dieser Entwicklung, bei der schon immer ein Blick auf die Zukunft, Umweltschutz und Nachhaltigkeit wesentliche Faktoren sind.
"150 Jahre – für uns alle!" Abfahrt ins Übermorgen
Mit seiner Flotte von 120 batterieelektrischen Bussen gehört ESWE Verkehr deutschlandweit mit zu den Vorreitern.
– Pressemitteilung der ESWE vom 13. Mai 2024
Innovation mit Tradition: 150 Jahre Verkehrsbetriebe und die Zukunft der Mobilität
150 Jahre zuverlässiger, innovativer und nachhaltiger Öffentlicher Verkehr in Wiesbaden: Seit seiner Gründung haben sich Verkehrsbetriebe in Wiesbaden stets den Herausforderungen der Zeit gestellt und dabei eine zentrale Rolle in der Mobilität der Stadt gespielt. Bereits 1875 ist Wiesbaden mit der 11. Trambahn im Deutschen Kaiserreich ein Vorreiter in der Mobilität. Heute bleibt die ESWE sich und ihren traditionsreichen Innovationen treu: Im 21. Jahrhundert setzt sie mit einer Flotte von 120 batterieelektrischen Bussen nicht nur auf modernste Technologie, sondern übernimmt damit auch Verantwortung für eine grüne, umweltbewusste Zukunft. Mit dieser zukunftsweisenden Initiative gehört ESWE Verkehr zu den Vorreitern im Bereich der Elektromobilität in Deutschland.
Als zentraler Akteur in der Wiesbadener Verkehrsinfrastruktur strebt die ESWE dabei an, eine lebenswerte Zukunft für die Stadt zu gestalten. Dabei steht im Mittelpunkt, den öffentlichen Verkehr noch umweltfreundlicher und effizienter zu gestalten – mit einem Fokus auf moderne, emissionsfreie Technologien. Diese umfassen nicht nur den Ausbau einer fortschrittlichen Flotte mit Elektrobussen sowie die langfristige Sicherstellung eines an den Bedürfnissen der Fahrgäste ausgerichteten Fahrplans und eines flächendeckenden Liniennetzes. In enger Zusammenarbeit mit der Stadt Wiesbaden bringen die ESWE und ihre Mitarbeitenden eine Mobilität auf die Straße, die nicht nur die Umwelt schont, sondern auch die Lebensqualität der Bürger fördert und die Stadt fit für die Zukunft macht. Der Fahrplan zur Abfahrt ins Übermorgen ist bei der ESWE also schon geschrieben.
Die ESWE als Arbeitgeber
Der Öffentliche Personennahverkehr in Wiesbaden ist von Menschen für Menschen gemacht. Er bringt nicht nur Pendler und Ausflügler bequem an ihr Ziel. Die ESWE-Mitarbeitenden arbeiten seit jeher daran, Wiesbaden mobil zu machen – früher mit Pferdebahnen, später mit elektrischen Straßenbahnen. Heute bewegen moderne batterieelektrische Busse die Menschen. Dabei ist die ESWE schon immer eine soziale und attraktive Arbeitgeberin:
Mit ihrer Gründung 1929 übernehmen die Städtischen Verkehrsbetriebe das Straßenbahnnetz der SEG – und damit nicht nur Wagen, sondern auch Mitarbeitende.Auch später, beim Gemeinschaftsbetrieb der Verkehrsbetriebe in Mainz und Wiesbaden, werden Mitarbeitende übernommen, bzw. als „streckenkundige Fahrer und Schaffnerinnen sowie ein Schlosser mit einer Hilfskraft nach Mainz abgeordnet“, um dank der ESWE-Fachkräfte den reibungslosen Verkehr zu gewährleisten. So auch in den 1960er-Jahren, als viele neue Mitarbeitende als „Gastarbeiter“ hinzukommen und den Betrieb und die Stadt gleichermaßen bereichern. Und ebenso ab den frühen 1970er-Jahren, als endlich auch Frauen hinter dem Buslenkrad Platz nehmen dürfen.
Heute ist die ESWE eine moderne Arbeitgeberin und ein zukunftssicherer Ausbildungsbetrieb, der nah am Menschen ist und die Entwicklung seiner Mitarbeitenden aktiv fördert. Zufriedene Mitarbeitende sind wesentlich für die ESWE, weshalb gut ausgerüstete Werkstätten, sichere Arbeitsplätze, professionelle innerbetriebliche Prozesse und agiles Projektmanagement unverzichtbar sind. Bei all dem bleibt der Fokus auf den Menschen immer erhalten. Und das gelingt: Heute arbeiten etwa 1100 Mitarbeitende aus über 47 Nationen bei der ESWE.
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Vision Liniennetzplan 2030
Ein neuer Nahverkehrsplan für Wiesbaden – nicht weniger streben Stadt und ESWE seit 2021 an. Die Ziele sind so klar wie ambitioniert: ein attraktives, klar strukturiertes und barrierefreies ÖPNV-Angebot, mit umwelt- und klimafreundlicher Mobilität als echter Alternative zum Individualverkehr mit dem Auto. Dafür werden auch die Bevölkerung und verschiedene Interessengruppen miteinbezogen.
Das bisherige Ergebnis der Planungen: eine völlige Neuaufstellung des Netzes mit neuen Busformaten und neuen Funktionen. Ein einheitliches Taktmuster, einheitliche barrierefreie Haltestellen, alternative Antriebsformen und die Neugestaltung der Verbindungen, die Umstiege und Umwege reduziert und einen On-Demand-Verkehr für die Nacht und weniger befahrene Verbindungen einführt.
Ziel ist das Netz ab 2030 an den Start zu bringen. Das „Basisnetz“ startet vsl. im Sommer 2027. Mit bestehenden Fahrzeugen und Personal gibt es hier schon mehr Direktverbindungen, kürzere Reisezeiten, neue Haltestellen und Betriebszeiten an Wochentagen von 4.30 Uhr bis Mitternacht – ein klares Zeichen für die Attraktivität des ÖPNV. Mittel- und langfristig können dann weitere Maßnahmen des Zielkonzepts ab 2030 umgesetzt werden. Dafür braucht es mehr Fahrzeuge und mehr Personal, aber auch eine sichere Finanzierung, um eine Mobilitätsgarantie abgeben zu können – für das gesamte Stadtgebiet rund um die Uhr.
Mit dem Zielnetz, das ab 2030 umgesetzt werden soll, wird der ÖPNV in Wiesbaden zur echten Konkurrenz zum individuellen Autoverkehr: neue Linien, ein einheitlicher Takt, Direktverbindungen, die Feinerschließung der Außenbezirke und der Region um Wiesbaden, barrierefreie Haltestellen und Fahrzeuge sowie alternative Antriebe stellen die Bedürfnisse und Wünsche der Fahrgäste in den Vordergrund.
Mehr zum Jubiläum

Jubiläumsaktionen
Ein ganzes Jahr voller Highlights: 150 Jahre ESWE Verkehr feiern wir mit Aktionen, Veranstaltungen und spannenden Einblicken in die Welt des Nahverkehrs in Wiesbaden.
































